In dieser Beschreibung erklären wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Handelsvertreter anlegst, verwaltest und deren Provisionen abrechnest, wenn sie eine Provision für die bei Kunden erzielten Umsätze erhalten sollen. Dabei zeigen wir Dir anhand von Beispielen die verschiedenen Möglichkeiten auf, z. B. ob die Provision fix und/oder prozentual, für bestimmte Adressen, Artikelnummern, Warengruppen oder für einen bestimmten Zeitraum ermittelt werden soll. Außerdem kannst Du zwischen verschiedenen Provisionstypen pro Vertreter wählen, also ob die Provision bei Auftrag, Rechnung oder Zahlung ermittelt werden soll.
Damit Provisionen in Verkaufsbelegen korrekt ermittelt werden können, müssen zunächst diese Vorbereitungen getroffen werden.
Für Vertreter gibt es einen eigenen Zählerkreis. Wir empfehlen, die Zählerkonfiguration vor der Erfassung der Vertreter festzulegen. Die Hilfeseite zum Thema “Zählerkreise” findest Du hier.
Jeder Vertreter, für den Provisionen ermittelt werden sollen, muss zunächst als Adresse angelegt werden. Erforderlich ist hierbei, dass im Bereich “Verwaltung” die Geschäftsbeziehung “Vertreter” gewählt wird. Im neu eingeblendeten Bereich “Vertreter” sind Dir die meisten Pflichtfelder wie z.B. Zahlungsart oder Lieferbedingung bereits aus der Geschäftsbeziehung “Kunde” bekannt. Entscheidend für die Provisionsermittlung ist die Auswahl im Feld “Provisionstyp“.

Hier die Bedeutung der wichtigsten Felder:
Für die folgenden Beispiele haben wir uns 3 Vertreter mit unterschiedlichen Provisionstypen angelegt, damit wir Dir in dieser Beschreibung die Unterschiede verdeutlichen können.

Im Artikelstamm muss einmalig ein Artikel für die Provisionsabrechnung angelegt werden. Wir haben ihn einfach “Provisionsabrechnung” genannt. Wichtig ist, dass in den Feldern die Artikelart “Bestandslos”, die Mengeneinheit “Stück” und die Preiseinheit “1” sowie das entsprechende “Steuerschema” ausgewählt werden.
Die Toggles “Lieferbar”, “Aktiv”, “Provisionierbar”, “Alleine lieferbar” sind bei einer Neuanlage bereits korrekt aktiviert. Lediglich der Toggle “Verkaufsartikel” ist hier noch zu aktivieren.
Des Weiteren sollte der Artikel keinen hinterlegten Verkaufspreis haben, da dieser sich ja aus den Provisionssätzen ermittelt.

Unter Einstellungen/ Allgemein/ Provisionen ist zunächst im Bereich “Provisionsabrechnungsparameter” der Artikel für die Provisionsabrechnung zu hinterlegen. Anschließend empfehlen wir, für jeden Vertreter über
einen Provisionssatz anzulegen. Dies hat den Vorteil, dass die Provisionssätze in Verbindung mit einer Adressbeziehung (s. Schritt 4) beim Anlegen des Verkaufsbeleges automatisch ermittelt werden.

Die Bedeutung der wichtigsten Felder:
Für jeden Vertreter können mehrere unterschiedliche Provisionssätze erfasst werden. Eine Selektion über Artikel, Adresse und/oder Gültigkeit schränkt die Provisionsermittlung auf diese Auswahl ein. Wird keine Einschränkung vorgenommen, wird beim Anlegen eines Verkaufs-Beleges automatisch eine Provision für jeden provisionsfähigen Artikel (unabhängig von der Menge) ermittelt, sofern zu dieser Belegadresse eine Adressbeziehung “Vertreter” existiert. Die Provisionen können auch je Vertreter in der Vertreteradresse über den Reiter “Provisionen” verwaltet werden.

Damit die automatische Provisionsermittlung und die spätere Provisionsabrechnung funktionieren, muss für jede Adresse mindestens eine Adressbeziehung zu einem Vertreter angelegt werden. Klicke bitte in der Adresse auf den Button
, wähle den Typ “Vertreter” und den Namen des Vertreters aus:

Unserer Adresse “Manufaktur “Feines aus der Deichstadt”” haben wir unsere beiden Vertreter “Susi” und “Tilly” zugeordnet.
Nachdem die in den Schritten 1 bis 4 beschriebenen Vorbereitungen durchgeführt wurden, wird im Verkaufsbeleg beim Hinzufügen jedes Artikels (im Hintergrund) geprüft, ob und für welchen Vertreter eine Provision anfällt. Die ermittelten Provisionen sind je Artikel in der Detailansicht einsehbar.
Wir haben dem Verkaufsbeleg für die Adresse Manufaktur „Feines aus der Deichstadt“ die Artikel SG1502 und SG4444 hinzugefügt. Über die Detailansicht > Provisionen kann für jede Position die automatisch ermittelte Provision eingesehen werden.
Für den Artikel SG1502 wurde für Susi eine Provision von 1,00 € ermittelt, da laut Provisionssatz diese Provision für jeden provisionsfähigen Artikel gilt. Für Tilly wurden 2,50 € ermittelt, da für diese Artikelnummer eine spezielle Selektion vorliegt.
Für den Artikel SG4444 gibt es aus den oben genannten Gründen nur für Susi eine Provision. Die automatische Ermittlung ist an der Spalte „Herkunft“ zu erkennen. Jede ermittelte Provision kann geändert werden – in diesem Fall ändert sich der Eintrag auf „Manuell“.
Der zweite Provisionssatz von Tilly führt jedoch nicht zu einer Provision von 5,00 €, da eine Einschränkung auf eine andere Adresse besteht. Auch Tom erhält keine Provision: Obwohl beide Artikel der Warengruppe „Seide (SE, ST)“ zugeordnet sind, findet keine automatische Ermittlung statt, da die Adressbeziehung fehlt.
(s. dazu das zweite Bild der Provisionssätze aus Schritt 3)



Aus der Detailansicht/ Provisionen des Verkaufbeleges, kann über
auch manuell eine Provision zugefügt oder eine ermittelte geändert werden.
Wir haben dem Verkaufsbeleg für unsere Adresse “Seidenspinner” den Artikel SG1502 hinzugefügt. In der Detailansicht/ Provision wurde keine automatische Provision ermittelt, da für diese Adresse keine Adressbeziehung zu einem Vertreter besteht. Über
haben wir für “Tom” eine individuelle Provision von 8,00 € hinzugefügt. In der Spalte “Herkunft” erkennt man das am Eintrag “Manuell”.

Unter Verkauf/ Provisionen werden im Reiter “Provisionsabrechnungen” über
die Provisionsabrechnungen erstellt. Abhängig von den Einstellungen (Provisionen ab/bis, Vertreternummer von/bis) im Dialog „Abrechnung anlegen“ sowie vom Provisionstyp in der Vertreteradresse werden alle Provisionen der Herkunft „Automatisch“ und „Manuell“ aus den Verkaufsbelegen ermittelt.

Dabei werden folgende Einträge erzeugt:

Mit Auswahl wird der Inhalt geöffnet. In unserem Beispiel werden alle 3 Vertreter unserer beiden Verkaufsbelege aufgelistet. Für “Susi” und “Tilly” werden die Provisionsbeträge sowie die Belegnummer angezeigt. Bei “Tom” fehlt beides, was daran liegt, dass bei ihm der Provisionstyp “Zahlung” hinterlegt ist, der offene Posten aber noch nicht ausgeglichen ist. (Dazu später mehr).

Durch Auswahl der Belegnummer wird in den Verkaufsbeleg “Provisionsabrechnung (gespeichert)” des Vertreters verzweigt und über das
der Entwurf geöffnet. Über den
können weitere Details wie z.B. Kundenadresse, Artikel, Provisionsdatum oder Provisionswert pro Vertreter eingesehen werden.

Wie oben beschrieben wurde für den Vertreter “Tom” zunächst keine Provision ermittelt. Bei einer nächsten Provisionsabrechnung für diesen Zeitraum, wird sobald der OP den Status “Abgeschlossen” erhält, diese Provision berücksichtigt. Es wird also nichts vergessen!
Die Bedeutung der Buttons:
| Die Provisionsabrechnung “Gesamt” wechselt den Status von “Offen” auf “Abgeschlossen.” Änderungen sind nicht mehr möglich. | |
In der Provisionsabrechnung wird die Provisionsabrechnung “Gesamt” storniert, erhält den Status “Zurückgesetzt” und der Beleg wird als Storno gekennzeichnet. Im Verkauf werden die Belege “Provisionsabrechnung” pro Vertreter ebenfalls storniert . Für eine neue Provisionsabrechnung muss ein neuer Provisionslauf angelegt werden. | |
| Diese Funktion ermöglicht das Teilen des Links. Weitere Infos findest Du hier. |
Im Reiter “Provisionssätze” können alle Provisionen der ermittelten Provisionsabrechnungen eingesehen werden:

Beim Erstellen einer Provisionsabrechnung und einer ermittelten Vertreterprovision wird ein Verkaufsbeleg “Provisionsabrechnung Gespeichert” und im Reiter “Zahlungsstatus” eine Verbindlichkeit über den offenen Betrag erzeugt:

Über die Belegaktion “in Storno-Provisionsabrechnung übernehmen” wird die Belegnummer für diesen Beleg aus der Provisionsabrechnung entfernt. Diese Funktion empfiehlt sich, wenn nur ein Beleg und nicht die gesamte Provisionsabrechnung storniert/ zurückgesetzt werden soll.
Für eine automatische FiBu-Kontierung empfehlen wir ein Konto, ggf. eine Kostenstelle sowie eine Kontozuordnung mit dem Zuordnungstyp “Provision” anzulegen. Im Beleg kann über die Aktionen/ Finanzen ein “FiBu-Übergabe Testlauf” durchgeführt werden, um die Buchungssätze direkt zu erkennen.
Die Hilfeseite zum Thema “Finanzbuchhaltung” findest Du hier.