Seriennummern und Chargen

Überblick über Seriennummern und Chargen mit Serientypen, Vergabearten, Artikeleinstellungen, Belegverwendung und Rückverfolgbarkeit.

In VARIO Cloud kannst Du Artikel so verwalten, dass ihnen Seriennummern oder Chargennummern zugewiesen werden. Dies ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit – vom Wareneingang bis zum Verkauf. Die jeweilige Verwaltung erfolgt abhängig vom Serientyp, der einem Artikel zugeordnet ist.

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Serientyp nicht änderbar

Serientypen im Überblick

Serientyp
Beschreibung

Keine Seriennummer

Es wird keine Seriennummer oder Charge verwaltet.

Seriennummer

Jeder Bestandsposten erhält eine eindeutige Seriennummer.

Doppelte Seriennummer

Zwei Seriennummern je Bestand werden verwaltet.

Charge

Artikel werden in Chargen zusammengefasst und gemeinsam gekennzeichnet.

Serientyp: Keine Seriennummer

Dieser Typ ist die Standardeinstellung. Es erfolgt keine serien- oder chargenbezogene Nachverfolgung.

  • In Belegen wird der Reiter Seriennummer ausgeblendet.

  • Im Lager werden keine Seriennummern-Bestände gespeichert.

Serientyp: Seriennummer

Ein Seriennummernartikel ist ein Artikel, der während der Produktion oder beim Wareneingang mit einer individuellen Seriennummer versehen wird. Jede Seriennummer ist eindeutig und ermöglicht die Nachverfolgung eines bestimmten Exemplars eines Artikels über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Herstellung über den Verkauf bis hin zur Nutzung oder möglichen Rückgabe. Beispiele: Elektronikgeräte, Fahrzeuge oder hochwertige Maschinen.

Wird dieser Typ aktiviert, musst Du zusätzlich folgende Einstellungen festlegen:

Serientyp: Doppelte Seriennummer

Bei Artikeln mit doppelter Seriennummer werden zwei voneinander unabhängige Seriennummern verwaltet (z. B. IMEI- und Seriennummer bei Mobilgeräten).

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Ein Smartphone kann sowohl eine eindeutige Seriennummer als auch eine IMEI-Nummer aufweisen. Beide Nummern sind für die Identifikation wichtig und werden daher separat gespeichert.

Serientyp: Charge

Ein Chargenartikel hingegen wird nicht einzeln, sondern in einer Gruppe (Charge) identifiziert. Eine Charge umfasst Artikel, die unter denselben Bedingungen (z. B. Produktion, Lieferant oder Zeitpunkt) hergestellt oder geliefert wurden. Sie ist besonders relevant, wenn Produkte mit spezifischen Eigenschaften oder begrenzter Haltbarkeit nachverfolgt werden müssen. Beispiele: Lebensmittel oder chemische Produkte.

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Ein Lebensmittelhersteller produziert eine Charge Marmeladengläser an einem Tag. Alle Gläser dieser Charge erhalten dieselbe Chargennummer und dasselbe MHD.

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Korrekte Erfassung wichtig

Chargennummern sind besonders in Branchen mit Rückverfolgbarkeitsanforderungen (Lebensmittel, Chemie, Pharma) kritisch – Fehlerhafte Zuweisungen können zu Rückrufaktionen führen.

Auszeichnungsart der Seriennummer

Option
Beschreibung

Manuell

Die Seriennummer muss beim Wareneingang oder Einkauf händisch eingetragen werden.

Automatisch bei Bestellung

Seriennummer wird beim Speichern der Bestellung automatisch vergeben.

Automatisch bei Wareneingang

Seriennummer wird beim Wareneingang automatisch vergeben.

Lieferant gibt keine Seriennummern/Chargen vor

In einigen Branchen – etwa im technischen Großhandel, bei industriellen Ersatzteilen oder auch im Werkzeughandel – liefern Hersteller oder Großhändler Produkte ohne Seriennummern oder Chargeninformationen. Häufig liegt das daran, dass die Artikel entweder keine individuelle Kennzeichnung benötigen oder der Lieferant Seriennummern intern nutzt, aber nicht an den Kunden weitergibt.

Die automatische Nummernvergabe erfolgt standardmäßig über den globalen Zählerkreis, den Du im Menüpunkt Einstellungen/Allgemein/Zählerkreise/Seriennummer konfigurieren kannst.

Wenn Du für einen Artikel einen eigenen Zählerkreis nutzen möchtest, kannst Du diesen direkt im Artikel unter Seriennummern/Chargen definieren.

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Automatische Vergabe nur ohne Lagerplätze

Aktuell können Seriennummern und Chargen in einem Einkaufsbeleg nur automatisch vergeben werden, wenn der jeweiligen Position ein Lager ohne Lagerplätze zugewiesen ist. Wir arbeiten bereits an der Umsetzung, dass dies auch bei Lagern mit Lagerplätzen möglich sein wird.

Verfalls-/Haltbarkeitsdatum

Option
Beschreibung

Kein Datum

Seriennummer ist ohne Haltbarkeitsbezug gültig.

MHD

Mindesthaltbarkeitsdatum – definiert, bis wann der Artikel problemlos nutzbar ist.

Verfallsdatum

Gibt an, bis wann der Artikel verwendet werden darf (z. B. bei Medizinprodukten).

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Garantie im Artikel

Das MHD/Verfallsdatum kann bei Wareneingang automatisch berechnet werden – basierend auf der im Artikel hinterlegten Garantiezeit. Dieses Feld findest Du im Reiter "Verwaltung" der Artikeldetails.

Unterschiede Seriennummer vs. Charge

Merkmal
Seriennummer
Charge

Verwaltung

Einzeln je Artikelbestand

Gruppenweise für gleiche Artikel

Nachverfolgbarkeit

Bis auf Einzelebene

Bis zur Chargenebene

Typische Anwendung

Technikprodukte, Fahrzeuge, Maschinen

Lebensmittel, Kosmetik, Chemie

Kombination mit Datum

MHD/Verfallsdatum möglich

MHD/Verfallsdatum möglich

Artikel mit Serientyp anlegen

Beim Anlegen eines neuen bestandsgeführten Artikels findest Du das Feld Serientyp. Dieses ist im Standard mit der Option "Keine Seriennummer“ vorbelegt. Hier wählst Du aus, ob der Artikel ohne, mit Seriennummer, doppelter Seriennummer oder mit Charge verwaltet wird.

Serientyp

Nach dem Speichern findest Du im Reiter Stammdaten → Seriennummern/Chargen weitere Einstellmöglichkeiten im Bereich Seriennummern/Chargen:

Artikelverwaltung Reiter Stammdaten Bereich Seriennummern/Chargen
  • Auszeichnungsart (manuell oder automatisch)

  • Zählerkreis (global oder individuell)

  • Art des S/N-/Chargen-Datums

  • Bei individuellem Zählerkreis: Vergabeverfahren, Länge, Auffüllzeichen und Startwert

Eigener Zählerkreis

Wenn alle Pflichtfelder korrekt ausgefüllt sind, kann der Artikel wie gewohnt im Lager geführt und in Belegen verwendet werden.

Seriennummern in Belegen

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Automatische Vergabe der Seriennummer

Hast Du in den Stammdaten des Artikels oder in den globalen Einstellungen die automatische Vergabe der Seriennummer aktiviert, wird anhand der Einstellungen des Zählerkreises eine Seriennummer automatisch vergeben.

Einkaufsbelege

Beim Erfassen eines Wareneingangs (z. B. Eingangslieferschein) musst Du für Seriennummernartikel im Reiter Seriennummer der Detailansicht der Belegposition mindestens eine Seriennummer zuweisen:

Seriennummer
  • Über die Lupe kannst Du bestehende Seriennummern einsehen.

  • Im Feld Notiz kannst Du Zusatzinformationen hinterlegen (z. B. Lieferant, Besonderheiten), die auch in der Bestandsübersicht sichtbar sind.

Für doppelte Seriennummern werden zwei Eingabefelder angezeigt.

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Eingangsrechnungen mit Seriennummern-Artikeln

Um eine Eingangsrechnung mit einem Seriennummern-Artikel speichern zu können, muss zuvor ein Lieferschein mit dem Seriennummern-Artikel als Vorbeleg zur Eingangsrechnung vorhanden sein.

Verkaufsbelege

Beim Erfassen eines Ausgangsbelegs (z. B. Lieferschein) muss ebenfalls im Reiter Seriennummer der Detailansicht der jeweiligen Belegposition eine Seriennummer ausgewählt werden.

Seriennummer in einem Verkaufsbeleg hinzufügen
  • Die Auswahl erfolgt über die Lupe aus dem Lagerbestand.

  • Wird ein Beleg gespeichert, ohne alle Seriennummern erfasst zu haben, wirst Du zur Nachbearbeitung aufgefordert.

Eingabe der Seriennummer

Nach erfolgreicher Vergabe werden die Seriennummern im Lager verbucht und sind im Artikel im Reiter Bestände entsprechend reserviert bzw. ausgebucht.

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SNR/Chargen im Auftrag reservieren

Du hast die Möglichkeit, bereits im Auftrag Seriennummern oder Chargen zu hinterlegen – noch bevor der Auftrag in einen Lieferschein überführt wird. Dadurch werden die zugewiesenen Nummern exklusiv für diesen Auftrag reserviert und stehen in anderen Aufträgen oder Lieferscheinen nicht mehr zur Verfügung.

Älteste SNR/Chargen in Picklisten automatisch bevorzugen

Unter Einstellungen/Lager/Picklisten im Bereich "Erstellung" findest Du die Option "Für S/N u. Charge mit Verfallsdatum/MHD: älteste S/N o. Charge in Pickliste vorgeben".

Diese Option sorgt dafür, dass bei der Erstellung von Picklisten automatisch die älteste verfügbare Seriennummer oder Charge mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) bzw. Verfallsdatum vorgeschlagen wird. Aktivierst Du die Einstellung, priorisiert VARIO Cloud bei der Zuweisung die Bestände mit dem frühesten Verfallsdatum – unabhängig vom Einlagerungszeitpunkt.

Das ist besonders hilfreich für Waren mit Haltbarkeitsgrenzen (z. B. Lebensmittel, Pharmazeutika), da so automatisch nach dem FIFO-Prinzip (First In – First Out) bzw. FEFO-Prinzip (First Expired – First Out) kommissioniert wird. Damit unterstützt die Funktion eine bessere Lagerumschlaglogik und minimiert das Risiko von Verfall oder Abschreibung.

Seriennummernhistorie

In der Seriennummernhistorie erhältst Du eine vollständige Übersicht über alle in Deiner Installation erfassten Seriennummern. Du kannst bestehende Einträge korrigieren (z. B. bei Scanner-Fehlern oder falscher MHD-Eingabe) und nachvollziehen, wann und über welche Belege eine Seriennummer/Charge eingelagert oder ausgeliefert wurde.

Mehr zur Bearbeitung und Nachverfolgung von Seriennummern findest Du auf unserer Handbuchseite.

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